Rückblick auf das was gewesen sein könnte, im Hinblick auf das Gegenwärtige.
Besser / Urmenschliches
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Der Urmensch ist ein guter Esser, doch eigentlich wohl mehr ein Fresser,
wenn er würgend schmatzt und schlingt und grobe Brocken unterbringt,
im noch urtümlichen Bauch. Er kennt noch nicht den feinen Brauch
mit dem silbernen Besteck und er kennt noch nicht den Zweck
von Löffel, Messer und der Gabel. Die Fressgewohnheit wär' blamabel
an der Tafel, wie man spricht, später in der Oberschicht,
als der Urmensch, wie verwandelt, in den feinen Sitten handelt.
Die Handlung ist nun ausgeklügelt, die Oberhemden frisch gebügelt,
die Unterwäsche neu gewaschen, wo manche vornehm Häppchen naschen
und nicht mehr, mit verdreckten Händen, alle Tischmanieren schänden.
Man sitzt nicht mehr, mit Schmutz in Ohren, tut nicht mehr in der Nase bohren,
tut sich die Fingernägel schneiden und will den Mundgeruch vermeiden,
der dem Urmensch, das ist klar, ziemlich selbstverständlich war.
Der Urmensch sucht kein Abenteuer, hockt alltäglich an dem Feuer
und würde für das feine Leben nichts aufs Abenteuer geben,
wenn er denn davon was wüsste. Doch kennt er schon gewisse Lüste,
die auch feine Leute kennen, die das den Sex im Alltag nennen.
Das bezeichnet man erst spät als die Sexualität,
denn der Urmensch praktiziert was er ziemlich ungeniert
nicht in Worte fassen kann, obwohl er mit dem Sex begann.
Der Urmensch paart sich auf der Stelle. Danach ist das Sexuelle
in versteckter Form zugange. Der urmenschliche Trieb ist lange
aber noch nicht ausgemerzt und man praktiziert beherzt
alles Neue in dem Trieb und manchem ist, wer weiß was, lieb.
Der rohe Urtrieb steckt noch heute, was wissen auch die feinen Leute,
in dem praktikablen Sex und davon zeugt oft der Reflex,
sexuell versteckt im Stillen, im nicht ganz so freien Willen.
Der Urmensch hat noch nicht den Grips wie der feine Herr mit Schlips
und weil er noch nicht die Krawatte fest verschnürt am Kragen hatte,
fühlte er sich jedenfalls etwas freier um den Hals.
Er hantiert viel im Gelände und später lieber hinter Wände,
wo er besser viel versteckt, das man nicht so leicht entdeckt.
Der Urmensch hat nichts zu verstecken. In gewissen dunklen Ecken
hortet er, an seinem Platz, vorerst längst noch keinen Schatz.
Das weiß er noch nicht einzuschätzen, an den kapitalen Plätzen
und er kennt auf Erden hier noch nicht den Wert von dem Papier,
das er erst später schätzen lernt. Den Abort kennt er schon entfernt,
etwas abseits von dem Feuer, nur später ist die Technik neuer,
wenn er sich dabei am Schluss nicht mehr den Hintern wischen muss,
mit etwas Laub und etwas Gras, soweit er dieses nicht vergaß.
H. Feisel