Rückblick auf das was gewesen sein könnte, im Hinblick auf das Gegenwärtige.
Urmensch-Mensch (Verzicht).
Der Urmensch weiß nichts vom Verzicht, denn den Luxus kennt er nicht,
auf den ein Mensch, so dann und wann, vielleicht einmal verzichten kann,
wenn er denn bescheiden bleibt und nicht ständig übertreibt,
was den Lebensstil betrifft. Im Geist ist zu viel Luxus Gift,
weil der Mensch nur abgelenkt zunehmend mehr sinnlos denkt.
Der Urmensch muss jedoch mitnichten auf manchen Luxus nur verzichten,
weil er den Luxus garnicht kennt und darum kein Verzichten nennt.
Er wünscht sich keine Luxusgüter. Zufrieden scheinen die Gemüter,
weil noch nicht viel Luxus zählt, solange nicht der Hunger quält.
Der Urmensch in der Welt, der schlichten, darf auf vieles noch verzichten.
Verzichten kann er währenddessen aber ungern auf sein Essen,
sonst würde er Probleme kriegen und kraftlos in der Ecke liegen
und im Verhungern, ums Verrecken, keine Handlung mehr bezwecken.
Verzichten will er nicht aufs Weib. Das ist sein schönster Zeitvertreib,
in seiner ganzen Leidenschaft. Sein Weib das schätzt die Manneskraft,
auf die sie nicht verzichten will. Ansonsten bleibt es halbwegs still,
innerhalb von der Natur und die Tiere tönen nur,
in den urzeitlichen Räumen, im Gestrüpp und in den Bäumen.
Viel Rabatz macht in der Tat noch kein Fernsehapparat
und es dröhnt noch ebenso keineswegs ein Radio.
Der Urmensch muss nicht viel berichten. Auf Nachrichten kann er verzichten,
die sich mit Politik befassen. Darum bleibt er mehr gelassen,
in seiner abgeschirmten Welt, weil sich die Frage noch nicht stellt,
was die Politik bezweckt und was die Wissenschaft entdeckt
und wie die Technik, irgendwann, sich nach und nach entwickeln kann,
und wie die Börse reagiert, wenn die Aktie sich blamiert.
Vom Wirtschaftswachsum weiß er nichts, in Anbetracht wohl des Verzichts
den der Urmensch lange übt. Darum ist er nicht betrübt,
angesichts von mancher Klage, bezüglich mancher Geldanlage,
denn er weiß ja allemal wenig von dem Kapital.
Kann der Urmensch allgemein darum wunschlos glücklich sein,
solang sein Glück im Alltag zählt, solange ihn kein Hunger quält,
solang ihn keine Krankheit plagt? Weil kein Luxus überragt
ist der Urmensch noch zufrieden. Der Mensch jedoch hat es vermieden
ohne Luxus auszukommen und er ist, genau genommen,
offensichtlich, ohne Frage, unzufrieden alle Tage,
je mehr er viel vom Luxus träumt und ständig irgendwas versäumt.
Der Verzicht fällt Menschen schwer und wo nimmt man die Ruhe her?
Der Mensch wünscht sich viel Luxusgüter und was bleibt sind Ladenhüter,
die am Ende keiner will. Doch die Wünsche sind nicht still.
H. Feisel