Rückblick auf das was gewesen sein könnte, im Hinblick auf das Gegenwärtige.
Urmaß.
Der Urmensch sorgt für seinen Bauch.
Für Kinder sorgt der Urmensch auch,
vorwiegend im Monat Mai.
Dann ist der Winter ganz vorbei
und Eis und Schnee ist weggetaut.
Der Urmensch hat sich nun getraut
und er traut sich immerzu
jedes Jahr das gleiche zu.
Der Mai ist mild, er ist bereit,
und hat wie jedes Jahr gefreit,
damit im nächsten Jahr, ganz prompt,
der Nachwuchs in dem Frühjahr kommt.
Der Nachwuchs, das wird hierbei klar,
kommt zustande Jahr für Jahr.
Dem Urmensch ist davor nicht bang.
Sein ganzes Liebes Leben lang
ist er, manchmal schon verfrüht,
um seinen Nachwuchs sehr bemüht.
Er bemüht sich in dem Fache,
ist mit Vergnügen bei der Sache
und produziert in diesem Maß
den Letzten, den er fast vergaß,
in seinem wohl vertrauten Bau,
im hohen Alter, alt und grau.
Er ist gelaufen und gesprungen.
Das Zählen ist ihm nicht gelungen.
Zwar tat er manche Nummer wählen,
doch bis drei kann er nicht zählen,
weshalb drei Weiber auch nicht reichen
um den Nachwuchs auszugleichen,
in einer Zahl, die er nicht kennt,
die er einfach Menge nennt,
die er wenig überschaut.
Mit Mengenlehre schlecht vertraut,
schließt er im Bau, in großer Enge,
einfach halber auf die Menge.
Je mehr die Sippe, klein zunächst,
mengenmäßig weiter wächst,
um so, ja man glaubt es kaum,
wärmer wird es in dem Raum,
und man macht sich seinen Reim
auf das Urzeiteigenheim,
in dem das Schema funktioniert,
wo keiner mehr im Frost erfriert.
Im harten Winter, in der Qual,
überlebt die große Zahl,
die sich in die Grotte zwängt
und dicht an dicht zusammen drängt.
Im Frost hat Sex nicht mehr gereizt,
da denkt man nur an das was heizt,
wie man den Winter übersteht
und ob der bald zu Ende geht
und ob der Mai bald wiederkehrt,
den man als Höhepunkt verehrt.
Nur gut dass man im großen Maß
im Winter in der Höhle saß,
denn die, die keine Bleibe haben
die sind gefressen von den Raben
und mancher war halt eben drum
zum Überleben viel zu dumm.
Der Schlaue, an der Feuerstelle,
hüllt sich ein in Pelz und Felle
und tat in solcherlei Bestreben
den schlimmsten Winter überleben.
Der Dumme weiß sich keinen Rat
und endet kläglich in der Tat;
und einer ist in dieser Welt
vielleicht allein auf sich gestellt
und überlegt schon irgendwie
die Überlebensstrategie,
in der er einfallsreich bestrebt
ganz alleine überlebt.
H. Feisel